20. Mrz 2020 ESG

DWS Nachhaltigkeitsberichte

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Unser Nachhaltigkeitsansatz

Seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015 wird der Gedanke einer nachhaltigen Finanzwirtschaft von Kunden, Anlegern und Aufsichtsbehörden immer mehr aufgegriffen. In diesem Abkommen wurde der Finanzsektor als ein entscheidender Hebel identifiziert, um die globalen Klimaziele innerhalb des erforderlichen Zeithorizonts zu erreichen. Finanzaufsichtsbehörden auf der ganzen Welt setzten sich unter dem Stichwort „Sustainable Finance“ aktiv für neue Marktstandards ein, um die Finanzmärkte nachhaltiger zu gestalten. Heute sind wir davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit die bedeutsamste Prämisse für Geschäftsmöglichkeiten im Jahr 2020 und darüber hinaus ist. Deshalb arbeiten wir daran, Nachhaltigkeitsthemen im Sinne von Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) in den Mittelpunkt all unserer Aktivitäten zu stellen.

Das neue Group Sustainability Office wird unsere Roadmap für Nachhaltigkeit künftig weiter vorantreiben. Dieser „Fahrplan“ ist auch auf die Themen abgestimmt, die unseren Interessengruppen wichtig sind, hier vor allem Kunden, Mitarbeitern, der Zivilgesellschaft sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Um die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen, werden wir auch in Zukunft einen konstruktiven Dialog mit unseren Stakeholdern führen. Ein kooperativer Ansatz für die Lösung globaler Herausforderungen ist aus unserer Sicht dringlicher denn je, wobei die vor uns liegenden Nachhaltigkeitsrisiken sowie -chancen eng miteinander verknüpft sind.

"ESG und Nachhaltigkeit im weitesten Sinne ist für die DWS von größter Wichtigkeit. Das liegt an der treuhänderischen Tätigkeit, die im Kern unserer Arbeit als Vermögensverwalter liegt. Und Nachhaltigkeit ist einer unserer vier Kernwerte in der DWS. Wir werden immer danach streben, verantwortlich zu handeln, und zugleich Möglichkeiten suchen, unser Geschäft weiterzuentwickeln. "

Dr. Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO)

Unsere treuhänderische Pflicht und unser Sustainable Finance Ansatz

Die Vermögensverwaltungsbranche spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Gesellschaft: Hierzu gehört es auch, das Finanzsystem nachhaltiger zu machen. Dies bedeutet die Einbeziehung von ESG-Themen sowie von Fragen der langfristigen Nachhaltigkeit wie das Klimarisiko in die Anlagestrategie, Risikosteuerung, Aufteilung des Portfolios, Governance und Stewardship-Aktivitäten. Finanzaufsichtsbehörden auf der ganzen Welt konzentrieren sich immer stärker auf die Fähigkeiten, Vorkehrungen zu treffen und Handlungen von Finanzinstituten im Umgang mit dem Klimawandel und sonstigen wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken zu definieren.

Am 5. Juni 2019 fand die erste Hauptversammlung der DWS Group GmbH & Co. KGaA statt und unser Vorsitzender der Geschäftsführung kündigte an, Nachhaltigkeit zum Kern-Bestandteil des treuhänderischen Handelns der DWS zu machen. Damit wurde unsere Rolle als Treuhänder für unsere Kunden verstärkt und auch unsere Verpflichtung, sie beim Erhalt und Aufbau ihres Vermögens zu unterstützen. Weiterhin heißt das umso mehr, dass nichtfinanzielle ESG-Faktoren so gut wie möglich zu berücksichtigen sind: Dadurch wollen wir unsere ESG-Integrationsbemühungen in allen Teilen unseres Investmentprozesses weiter stärken. Indem wir ESG zum Kern-Bestandteil unseres treuhänderischen Handelns machen, gehen wir über unsere eigenen Anlageentscheidungen hinaus; das tun wir auch durch die Intensivierung des aktiven Aktionärstums bei unseren Beständen und durch die Ausweitung der Stimmrechtsausübung (Proxy Voting) und unserer aktiven Einflussnahme, um Änderungen zum Vorteil unserer Kunden voranzutreiben.

Die DWS ist überzeugt, dass die Integration von ESG als Kern-Bestandteil unseres treuhänderischen Handelns eine stärkere Einbettung von ESG im Investmentprozess nach sich zieht. Es ist uns wichtig, dass unsere Kunden ihre Anlagen nicht nur mit ihren persönlichen Werten in Einklang bringen, ihre risikoadjustierten Portfolioerträge verbessern oder ihre Anlagen breiter streuen, sondern auch einen positiven ökologischen oder gesellschaftlichen Beitrag leisten können. Unser Umgang mit ESG-Themen richtet sich nach unserer Richtlinie für verantwortungsvolles Investieren. Finanziell wesentliche ESG-Themen und globale Trends fließen in die Anlageentscheidungen im Rahmen unserer Investmentprozesse für alle Assetklassen in den Bereichen Active, Passive und Alternatives ein. Darüber hinaus fördern wir das Wachstum dedizierter ESG-Produkte und -Lösungen. Aus unserer Sicht trägt die Einbeziehung von ökologischen, sozialen und Corporate Governance-Faktoren in den Investmentprozess zu einem besseren Verständnis der Geschäftstätigkeit und des operativen Umfelds von Emittenten bei. Sie ermöglicht es uns, Risiken und Chancen zu identifizieren, die eine konventionelle Finanzanalyse übersehen oder nicht systematisch adressieren würde – mit möglicherweise erheblichen Auswirkungen auf den langfristigen Anlageerfolg. Daher wollen wir die Integration von ESG in allen relevanten Schritten des unten beschriebenen aktiven Investmentprozesses verstärken.

Menschenrechte und Normenbeurteilung im Investmentprozess

Als Reaktion auf den Nachhaltigkeitsbericht der DWS für 2018 sahen wir die Notwendigkeit, proaktiver in Bezug auf Sorgfaltspflichten bei Menschenrechten vorzugehen. Aus diesem Grund führten wir ein weiteres Verfahren für die Identifizierung tatsächlicher und potenzieller nachteiliger Auswirkungen auf Menschenrechte ein. Das Ziel der Einführung einer überarbeiteten Methodik bei der DWS im Zusammenhang mit dem Normenverhalten war es, ein ausgewogeneres Bild über Normenverstöße zu geben und die Abhängigkeit vom UNGC (United Nations Global Compact) zu verringern. Wir legen weiterhin ein großes Augenmerk auf die Normeneinhaltung von Emittenten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Umweltthemen, Klimawandel und Menschenrechte. Weitere Informationen zu unserer neuen Normenbeurteilung finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2019.

„Smart Integration” von ESG in unseren Investment Prozess

Die derzeitige Regulierung verlangt bereits jetzt von Investmentmanagern, im Rahmen ihrer Rolle als Treuhänder neben Finanzanalysen auch wesentliche nichtfinanzielle Informationen in ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. Die DWS zielt darauf ab, Risiken aus ESG-Faktoren effektiver und deutlicher zu identifizieren und zu steuern. Am 4. Dezember 2019 genehmigte die Geschäftsführung der DWS einen Vorschlag für einen erweiterten Anlageprozess, in dem ESG-Kriterien umsichtig integriert werden („Smart Integration of ESG“). Dies wurde auch auf dem DWS Investor Day am 10. Dezember 2019 mitgeteilt. Die DWS hat sich bewusst gegen einen Ansatz entschieden, mit dem sektorbasierte Ausschlüsse nach einem Top-down-Verfahren erfolgen. Damit führt die DWS einen übergreifenden Prozess mit verstärkter Prüfgenauigkeit ein, der angewendet wird, wenn Hinweise dahingehend bestehen, dass Emittenten einem übermäßigen Klimatransitionsrisiko ausgesetzt sind oder schwerwiegende und bestätigte Verstöße gegen internationale Normen vorliegen. Die Struktur des Prozesses wird modular ausgestaltet, so dass er aktuelle Kontroversen berücksichtigen kann. Der übergreifende Prozess wird im Rahmen eines zweistufigen Ansatzes ausgerollt. Im ersten Schritt werden die Prüfungen von einem Council for Responsible Investments gesteuert und als Research in den Research- und Portfolioaufbauprozess integriert. In einem zweiten Schritt werden die Entscheidungen des neuen Ausschusses bzw. Committee (im Gegensatz zu einem Beirat bzw. Council) für verantwortliches Investieren verbindlich, sobald sich dieser neue Ansatz in den Verkaufsunterlagen und den Anlagerichtlinien des Portfolios widerspiegelt. Somit wird das Council zu einem Commitee, welches weisungsbefugt sein wird. Dieser Prüfprozess kann in Zukunft zu einem potenziellen Ausschluss aus dem Anlageuniversum führen. Ein Ausschluss sollte der letzte Ausweg sein, da wir grundsätzlich der Ansicht sind, dass wir nicht durch Ausschlüsse, sondern durch aktive Einflussnahme Veränderungen vorantreiben und unsere Stewardship-Verantwortlichkeiten wahrnehmen können. Emittenten, die während des Prozesses eine Sonderfreigabe für weitere Investitionen bekommen, sollten obligatorisch einer aktiven Einflussnahme unterzogen werden. Weitere Informationen zu diesem neuen Ansatz finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2019.

Bei unseren Immobilienanlagen betrachten wir ESG weiterhin als integralen Bestandteil unserer Anlagestrategien. Herzstück unseres Ansatzes ist das Ziel, risikoadjustierte Erträge zu erhalten und zu steigern, Umweltrisiken zu verringern, die Effizienz von Vermögenswerten zu erhöhen und Mietern hochwertige Objekte anzubieten. ESG-Überlegungen sind in allen Phasen des Investment-Lebenszyklus fester Bestandteil des Investmentprozesses im Bereich Infrastructure, angefangen von der anfänglichen Screening- und Due Diligence-Phase bis hin zur Vermögensverwaltungs- und Veräußerungsphase. Sustainable Investments (SI) ist ein Spezialbereich innerhalb des Geschäftsbereichs Alternatives, der Investmentinitiativen verantwortet, die positive und stabile finanzielle Erträge mit messbaren wirtschaftlichen, sozialen und/oder ökologischen Ergebnissen kombinieren (Triple Bottom Line).

"Wir arbeiten als ein globales Team zusammen, um sicherzustellen, dass wir die richtigen Produkte, Richtlinien und Mitarbeiter haben, um der führende ESG-integrierte Vermögensverwalter der Zukunft zu werden. Wir sind uns bewusst, dass dieses Ziel nicht über Nacht erreicht werden wird, aber wir werden 2020 hart daran arbeiten, hier einen möglichst großen Schritt vorwärts zu machen."

Dr. Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO)

ESG und Nachhaltige Investments

Ende 2019 wiesen wir ein nach spezifischen ESG-Kriterien und nachhaltig verwaltetes Vermögen von 69,7 Mrd. € sowie Immobilienanlagen in als umweltfreundlich zertifizierten Gebäuden in Höhe von 16,5 Mrd € und Infrastrukturanlagen im Bereich der erneuerbaren Energien in Höhe von 862 Mio € aus. Insgesamt verwalteten wir zum 31. Dezember 2019 ein Volumen von 767,4 Mrd €. Um der Struktur unserer Vermögensbasis Rechnung zu tragen, definieren wir das verwaltete Vermögen (AuM) als (a) Vermögenswerte, die für Kunden zu Anlagezwecken gehalten werden, und/oder (b) Kundenvermögen, das wir auf einer diskretionären oder beratenden Basis verwalten. Im Bereich der alternativen Investments kann es sich dabei entweder um zugesagtes oder um investiertes Kapital mit Provisionserträgen handeln. Wir folgen grundsätzlich allgemeinen Standards der Vermögensverwaltungsbranche in der Klassifizierung unseres nach ESG-Kriterien verwalteten Vermögens. In 2019 hat die DWS entschieden, durch die Einführung zusätzlicher Kategorien eine zusätzliche Transparenz bei ihren nachhaltigen Investments zu schaffen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2019.

Entwicklung von Produkten für unsere Kunden

Unsere Ertragslage hängt insbesondere von der Fähigkeit ab, neue attraktive Investmentprodukte und -dienstleistungen zu entwickeln, auf den Markt zu bringen und erfolgreich zu verwalten. Die Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen erfordern kontinuierliche Innovationen von unserer Seite aus und könnten mit einem beträchtlichen Zeit- und Ressourcenaufwand sowie mit laufenden Supportleistungen und Investitionen verbunden sein. Wenn unsere Produkte für unsere Kunden oder den Zielmarkt ungeeignet oder nicht angemessen sind, könnten wir potenziellen Haftungsansprüchen ausgesetzt sein.

Unsere Produkte und Investmentlösungen wurden so konzipiert, dass die derzeitigen und zukünftigen Kundenbedürfnisse erfüllt werden. Wir wollen sicherstellen, dass ein Produkt so gestaltet ist, dass seine Produktmerkmale (Ertragserwartungen, Liquidität, Diversifikation oder Vorteile aus Sicherungsgeschäften) für unsere Kunden einen Mehrwert erbringen. Ferner wollen wir transparente, leicht zugängliche Produkte entwickeln, die für den Einzelnen nützlich sind, der Welt insgesamt aber nicht schaden.

ESG-Daten bilden den Eckpfeiler unserer ESG-Analyse. Unsere ESG Engine ermöglicht das automatisierte und maßgeschneiderte Screening für alle Arten von Kunden. Die von der ESG Engine bereitgestellten Informationen stehen all unseren Portfoliomanagern und Analysten zur Verfügung und bieten ihnen Zugriff sowohl auf qualitative Nachhaltigkeitsparameter als auch auf herkömmliche Finanzdaten. Damit sind die Portfoliomanager und Analysten in der Lage, die Informationen leicht in ihre ausführliche Analysen zu integrieren und sie bei der Verwaltung aktiver und passiver Mandate für alle liquiden Assetklassen einzubinden. Die Daten und Ergebnisse unserer Analysen sind für alle Publikumsfonds für Privatanleger sowie für einzelne Produkte und Strategien für institutionelle Kunden abrufbar. Spezielle ESG-Fonds sollten Kunden bei der Suche nach geeigneten Investmentlösungen unterstützen, die den regulatorischen Anforderungen entsprechen, z.B. der EU-Taxonomie oder lokalen Behörden.

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